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Schöpfungsverantwortung

21. April 2021



Sonntag, 28. Februar 2021
Videobotschaft von Kardinal Woelki

In seiner Videobotschaft am zweiten Fastensonntag schlägt Kardinal Woelki vor, die Fastenzeit als Chance oder Anlass zu nutzen, um unserer Verantwortung für das Klima und die Schöpfung gerecht zu werden. Die Freude über Sonne und Frühlingsblumen sollte beflügeln, die wunderbare Natur und Erde zu erhalten. Als Bischof habe er deshalb das "Visionspapier Schöpfungsverantwortung" entwickeln lassen, damit viele Entscheidungen im Bistum klimapositiv und schöpfungsfreundlich getroffen werden. Aber jede*r ist gerade in der Umkehrzeit vor Ostern aufgerufen, über eigene neue und zukunftsfähige Verhaltensweisen nachzudnken.



Enzyklika "Laudato Si'": Papst Franziskus ruft beschwörend zum Umdenken auf.
Der Untertitel: „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“

Mit klaren Positionen zu sozialer Ungerechtigkeit und der Bewahrung natürlicher Ressourcen sowie Forderungen zu Umwelt- und Klimaschutz hat Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si'! aus dem Jahr 2015 unmissverständlich zum Thema Schöpfungsverantwortung Stellung bezogen. 

Ein weltweiter Weckruf
Der Papst benennt in seiner 2. Enzyklika das Handeln des Menschen als selbstmörderisch. Nach seinen Worten könne der weltweite Lebensstil des Konsumismus nur in Katastrophen enden. Er fordert Politik, Wirtschaft und die Menschen mit klaren Worten auf, umzusteuern und ganz konkret den Treibhausgasausstoß in großem Maßstab zu reduzieren. Im Weiteren prangert er die Herrschaft der Wirtschaft über die Politik an, durch die der notwendige wirkungsvolle Umweltschutz blockiert werde. Auch das Leben der Reichen auf Kosten der Armen in der Welt kritisiert er scharf. Neben Klimaschutz gehören mehr Entwicklungschancen für die ärmeren Länder und die faire Verteilung von Ressourcen zu seinen zentralen Forderungen.

Der päpstliche Appell als klares Signal zur Bewahrung der Schöpfung
Weltweit hat der „Klimaschutzaufruf“ des Papstes großen Wiederhall und enorme Zustimmung erfahren.
Für die katholische Kirche in Deutschland, von der Bischofskonferenz über die Bistümer und die Gemeinden bis zu den Gläubigen, hat er noch einmal eine besondere, verpflichtende Bedeutung.
Es ist ein Auftrag auch für das Erzbistum Köln, den Worten des Papstes handfeste Taten folgen zu lassen.


Gebet des Papstes in 'Laudato Si'

Gebet für unsere Erde
Allmächtiger Gott,  
der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist
und im kleinsten deiner Geschöpfe,
der du alles, was existiert,  
mit deiner Zärtlichkeit umschließt,
gieße uns die Kraft deiner Liebe ein,
damit wir das Leben und die Schönheit hüten.
Überflute uns mit Frieden,  
damit wir als Brüder und Schwestern leben
und niemandem schaden.
Gott der Armen,
hilf uns, die Verlassenen und Vergessenen dieser Erde,  
die so wertvoll sind in deinen Augen, zu retten.
Heile unser Leben,
damit wir Beschützer der Welt sind und nicht Räuber,
damit wir Schönheit säen
und nicht Verseuchung und Zerstörung.
Rühre die Herzen derer an,
die nur Gewinn suchen auf Kosten der Armen und der Erde.
Lehre uns, den Wert von allen Dingen zu entdecken
und voll Bewunderung zu betrachten;
zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind
mit allen Geschöpfen auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht.
Danke, dass du alle Tage bei uns bist.
Ermutige uns bitte in unserem Kampf für Gerechtigkeit,
Liebe und Frieden.


Engagement im Erzbistum Köln

Zwei Millionen Katholiken leben im Erzbistum Köln, etwa 50.000 von ihnen arbeiten hauptamtlich in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen, weitere 200.000 engagieren sich ehrenamtlich. Das Erzbistum Köln ist somit ein erheblicher Faktor, der auch beim Klimaschutz einen spürbaren Unterschied machen kann und will.
Auch in dieser Verantwortung hat das Erzbistum ein "Visionspapier" als Konzept erarbeitet und dies im November 2020 vorgelegt, weil die Kölner Kirche sich aktiv um den Schutz von Gottes Schöpfung kümmern möchte.
Dazu Generalvikar Dr. Markus Hofmann: "Genau dieses Thema haben im Rahmen der Aktuellen Etappe des Pastoralen Zukunftsweges viele Menschen aus dem Erzbistum Köln bei den Regionalforen und bei weiteren Beteiligungsformaten als wichtig und drängend benannt. Gleichzeitig ist die Bewahrung der Schöpfung auch ein Herzensanliegen unseres Kardinals.

Mit diesem Visionspapier zur Schöpfungsverantwortung legt das Erzbistum Köln jetzt ein Konzept vor, um den Auftrag der Bewahrung von Gottes Schöpfung hier und heute mit Leben zu füllen. ... Das Dokument enthält klare Zielvorgaben, die im Endergebnis dazu beitragen, dass wir uns in unserem Erzbistum dauerhaft klimapositiv und schöpfungsfreundlich aufstellen.
Um diese Ziele bis 2030 zu erreichen, ist es jedoch notwendig noch in diesem Jahr mit der Arbeit zu beginnen. Aufgrund dieser Dringlichkeit hat unser Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki deshalb entschieden, dieses Visionspapier nach der Beratung im Erzbischöflichen Rat bereits jetzt in Kraft zu setzen. Es ... wird es in den kommenden Jahren regelmäßig überprüft und aktualisiert.
Damit wir einen starken Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten können, bedarf es der Anstrengung aller Akteure in unserem Erzbistum. Daher möchte ich Sie ermutigen, sich in Ihrem Umfeld für unsere gemeinsamen Ziele einzusetzen."



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